Körner benutzt das Medium Internet als Bühne für seine Texte, die durch ihre für einen Buchleser ungewöhnliche Anordnungsweise auf eine neue spannende Art zum Leben erweckt werden. Die Texte sollen den Leser herausfordern und ihn zur Mitarbeit anregen. Die Texte lesen und verstehen, sind bei Körners Fragmenten zwei Dinge. Er erwartet von seinen Lesern das Ensemblieren, das Zusammensetzen des Textes oder einzelner Teile daraus mit Verstand und angeeignetem Hintergrundwissen. Daher nennt er es auch „bildendes Lesen“. Viele seiner Seiten muss man mehrfach durchlesen und in den Gesamtzusammenhang bringen, bevor man die verschiedenen Ebenen erkennt, die er anspricht.

 

Es gibt immer die direkte Aussage, also das, was im Text steht, als erste Ebene. Die zweite Ebene ist nach Körners eigenen Angaben „satyrisch“ gemeint und nutzt als Metapher die DDR in all ihren Facetten:

politisch gesehen, das Beispiel der Ideologie des real existierenden Sozialismus, die zur Utopie wurde, weil sie nie verwirklicht wurde, die Politszene mit ihren Handlungsträgern ZK, Politbüro, Sekretariat des ZK, der Staatssicherheit und ihrer Hintergründe, der politischen Öffentlichkeit bei Demonstrationen und Staatsbesuchen,

ökonomisch das Beispiel der Kybernetik und dem mit dieser Wirtschaftstheorie gestalteten Entwickelten Gesellschaftlichen System des Sozialismus EGSS, aus dem sich das ökonomische System des Sozialismus (ÖSS) entwickelte und damit als Grundlage für den Volkswirtschaftsplan 1972 und den Fünfjahresplan 1971-1975 diente,

gesellschaftlich das Beispiel der Sprachkonventionen im öffentlichen Raum, im Beruf, z.B. in der Brigade, und in der Hausgemeinschaft. Auch das private Leben wird durch die Politik gelenkt, wie dies in der Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit zum Ausdruck kommt.