Vergleich des Gesetzes-Entwurfs mit der Direktive

 

Vergleich des Gesetzesentwurfs mit der Direktive

 Verwendet im Vorwort

 

 Körner hat diesen Wort-für-Wort-Vergleich an prominente Stelle gesetzt, um seiner Aussage die größtmögliche Aufmerksamkeit zu geben. Um zu zeigen, wie der Mensch in der DDR durch Sprache manipuliert wurde, vergleicht er akribisch Texte: aus Gesetzen, Zeitungen, aus der sozialistischen Spieltheorie. Gleichberechtigt neben dem Vorwort, in multimedialer Darstellung sieht man den Schattenriss seines Profils als Foto, der den Wortlaut des Gesetzesentwurfs (linkes Bild) vergleicht mit der letztendlich ausgegebenen Direktive (rechtes Bild). Vor jedem Beschluss zu einer Gesetzesdirektive stand die Formulierung eines Entwurfs, die dann nach einer Aussprache noch Veränderungen erfahren könnte. Wie Körner diesen direkten Vergleich vorgenommen hat, beschreibt er detailliert in seinem Leseversuch.

Die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik von 1968 gibt in Art. 21 Abs.2 den Bürgern der DDR die Möglichkeit, in Volksabstimmungen ihren Willen zu beurkunden. Die Kompetenz zur Durchführung einer Volksabstimmung liegt allerdings im Ermessen der Volkskammer (Art. 53). Durch Art. 65 Abs 3. wurde das bereits vor Erlass der neuen Verfassung geübte Verfahren der sogenannten Volksdiskussion eingeführt. Dabei handelt es sich nicht um eine offizielle Abstimmung, sondern um eine Volksaussprache, bei der der Gesetzentwurf nur innerhalb ausgewählter Kreise, also Fachkreise oder solche staatlicher Organisationen, diskutiert wird. So ist verständlich, dass der Leseversuch, also der Vergleich des Entwurfs mit der Gesetzesdirektive, trotz Volksaussprache, kaum nennenswerte Änderungen erkennen lässt: statt eines Semikolons ein Komma, statt bis der Gedankenstrich, statt Stärke Stärkung, also kleinste, eher grammatikalische Änderungen.

 

Beschreibung des Leseversuchs

 

Beschreibung des Vergleichs: Leseversuch