Das Land aller Übel

 
Das Körner Projekt
Darstellung / Dokumentation / Interpretation

 

Hätte ich zu wählen zwischen der Bestseller-Produktion eines Jahres und Thomas Körners ›Fragmentroman‹ Das Land aller Übel, ich würde letzteren vorziehen ... und, wer weiß, vielleicht nicht nur einer Jahresproduktion. Hier finde ich die notwendige Selbstbefragung des Subjekts inmitten einer Welt aus Weltanschauung, einer Welt aus Phrasen, die täglich die Socken hochziehen und sich an ihre Arbeit begeben: die Welt zu verändern. Die Welt verändert sich, das ist wahr, insofern haben wir es hier mit einer Rotte von Angebern zu tun, die unfähig sind, sich selbst zu ändern. Deshalb gehen sie ja ›an die Arbeit‹. Wer glaubt, diese Dinge seien mit der DDR gestorben, sollte sich gleich den Figuren der Befragung beigesellen – als siebzehnte.
Ulrich Siebgeber